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Muster eines früheren Berichts

Das Geschehen auf den Finanzmärkten 
– Ausblick, Überlegungen und Folgerungen


Ausblick 2012 - Lasst den Dingen endlich ihren Lauf!

Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle erwähnt: „Die Finanzkrise droht in eine jahrelange Schuldenkrise auszuarten. Die damit verbundenen Gefahrenherde sind höchst intransparent. Nicht auszuschliessen ist eine Eskalation in den Euro-Peripherieländern und ein Überschwappen auf weitere und auch grössere Volkswirt-schaften (Portugal, Spanien, Italien usw.)“ Heute befinden sich Irland und Portugal nach wie vor in einer Rezession, Spanien und Italien stehen vor dem Rückfall in die Rezession und auch Frankreich dürfte noch vor den Präsidentenwahlen dasselbe Schicksal ereilen. Die letztjährige Prognose wurde Realität. Doch Klarheit wurde uns nicht beschieden – noch stehen viele grosse Fragezeichen im Raum. Nach einer unterkühlten Jahresend-Rallye haben die Börsen weltweit mit Jahresergebnissen im roten Bereich geschlossen. Ausser in Irland und Neuseeland haben die Indices der hoch entwickelten Industriestaaten rund um den Globus über das Jahr 2011 verloren. Der von Morgan Stanley Capital International veröffentlichte Weltindex für Aktien, in Lokalwährungen gemessen, ist um 7,56 Prozent zurückgefallen, von den Hauptanlagemärkten führen Japan, Singapur und Hongkong mit -20,52, -20,03 und -18,47 Prozent die negative Liste an. Deutschland folgt mit -17,38 Prozent. Mit Abschlägen von 8,77 Prozent und 5,42 Prozent haben sich die Schweiz und das Vereinigte Königreich vergleichsweise anständig halten können. Am besten aber haben sich die USA mit einem Abschlag von lediglich 0,11 Prozent aus der Affäre ziehen können. Hier stellt zwar der Dow Jones eine Ausnahme dar (+ 5,53 Prozent). Er steht jedoch damit im Gegensatz zu Standard & Poors (praktisch unverändert), Nasdaq (-1,80 Prozent) und zum Wilshire 5000, der die Breite der amerikanischen Aktien am besten repräsentiert (-0,87 Prozent). Ebenfalls im zweistellig negativen Bereich (-14,86 Prozent) hat der MSCI Emerging Markets das Jahr abgeschlossen.



(Quelle: The EpochTimes (AP Photo)

Alles im roten Bereich: Ein Anblick, der die an den internationalen Börsenplätzen
dominierende Jahresperformance trefflich charakterisiert.


Durch politische Interventionen ständig abgewürgte Trends

Krampfhaft stemmen sich Regierungen und Notenbanken – vor allem in Europa – gegen die fatalen Auswirkungen der Schuldenkrise. Der Glaube an die Machbarkeit der Rettungsaktionen scheint – zumindest gemäss den in den Medien verbreiteten Verlautbarungen – noch nicht gebrochen zu sein. Das grundsätzliche Dilemma ist: Soll der in den meisten westlichen Industrieländern bereits enorme Schuldenberg weiter aufgestockt werden, um die Wirtschaft anzukurbeln, oder gilt es, durch Sparmassnahmen einen drohenden Solvenz-Kollaps zu vermeiden? Orientierungslosigkeit macht sich breit. Nach den in immer grösserer Kadenz folgenden Krisengipfeln beruhigen sich die Finanzmärkte oft für kurze Zeit. Doch die Halbwertszeit der gezielt verbreiteten euphorischen Berichte über die erzielten Ergebnisse wird immer kürzer. Wir Anleger sehen uns konfrontiert mit sehr volatilen politisch gesteuerten Märkten ohne klare längerfristige Trends. Selten war es wohl so schwierig wie heute, eine vernünftige Wirtschaftsprognose oder gar eine Finanzmarktvoraussage für das vor uns liegende Jahr zu erstellen. Nach meiner Überzeugung wäre es für die Finanzmärkte eine Erlösung, wenn die Politiker der verschuldeten Länder den Dingen endlich ihren Lauf liessen. Dann könnten wieder längerfristige Trends entstehen – seien diese nun positiv oder negativ. Durch angemessene Anlagestrategien lassen sich Trends in beiden Richtungen auswerten. Enervierend sind dagegen durch ständige – politisch bedingte – Brüche charakterisierte Stagnationsphasen, wie wir sie gegenwärtig beobachten.


Eurokrise noch nicht im Griff

Die Auffassung, dass mit einer Ausweitung der Gefahren der Euro-Schuldenkrise zu rechnen sei, wird heute auch von führenden Wirtschaftsforschungsinstituten vertreten. So mahnte der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, am 25. Dezember, die Krise sei "noch lange nicht ausgestanden". Vielmehr könne sie sogar "weiter eskalieren". Nach seiner Ansicht stehe die Politik vor dem Zielkonflikt, zu konsolidieren ohne die Konjunktur abzuwürgen". Straubhaar fügte hinzu: "Schon die bisherigen Sparanstrengungen haben die von der Krise besonders betroffenen Länder in die Rezession geführt." Notwendig seien nun "überzeugende Konsolidierungsstrategien", die das Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der Politik wieder herstellen und den Finanzmärkten Sicherheit bieten.

Interessant scheint mir, wie rasch jeweils ungelöste Probleme vorübergehend in den Hintergrund gedrängt werden. So scheint beispielsweise heute das Gefühl vorzuherrschen, dass der Technokrat Papadimos nach seiner Einsetzung als Ministerpräsident Griechenlands die Schuldenkrise des Landes einigermassen in den Griff bekommen habe. Unverhofft wirft dann gelegentlich eine Meldung kurz ein grelles Licht auf die Wirklichkeit und zeigt, dass die Beruhigung auf einer Scheinsicherheit basiert. So wurde am 8. Dezember in den Medien über eine Studie der OECD berichtet, deren Fazit lautet: Griechenland ist reformunfähig.  "Griechenlands zentraler Regierungsapparat hat bisher weder die Kapazität noch die Fähigkeit zu grossen Reformen", sagte Caroline Varley, Leiterin der Abteilung für Regierungsbeurteilung der OECD, der deutsche Zeitung "Die Welt". Gemäss der Studie kontrolliere der griechische Regierungschef nur wenig. Während etwa das deutsche  Bundeskanzleramt die Arbeit aller Ministerien ständig prüfe, sehe der Generalsekretär der griechischen Regierung hohe Beamte nur zweimal im Jahr für wenige Stunden. Zudem hätten griechische Beamte kaum Kontakt zu Kollegen. Nach Angaben der OECD fehlen zentrale Datenbanken, Akten und "die Fähigkeit, Informationen aus Daten herauszulesen - wenn Daten überhaupt vorhanden sind". Gesetze würden in engem Kreis entworfen und verabschiedet. Es sei ein harter Befund, der zum ersten Mal systematisch und mit Belegen zeige, was in der Verwaltung nicht funktioniere und Griechenland hindere, mit strukturellen Reformen voranzukommen, sagte Varley. Die Regierung habe weder die Autorität noch die Kapazität, den Schlüsselministerien eine gemeinsame Politik aufzuzwingen. Einziger Ausweg sind nach Einschätzung der OECD umfassende Neuerungen, eine "Big-Bang-Reform" im gesamten Regierungsapparat.

Dass die Probleme Europas leicht zu einem globalen Flächenbrand ausarten können, sieht auch die IWF-Chefin Christine Lagarde. Sie hat kürzlich die Weltgemeinschaft eindringlich zu einem Schulterschluss gegen eine drohende globale Wirtschaftskrise aufgerufen. „Es gibt in der Welt keine Volkswirtschaft, die immun ist gegen die Krise, die sich derzeit nicht nur entfaltet, sondern eskaliert“, sagte sie Mitte Dezember im Washingtoner Aussenministerium. Als Hauptursache der globalen Gefahren sieht sie die Probleme der Eurozone.


Globales Wirtschaftsklima wird rauer

Es dürfte in den kommenden Quartalen in den westlichen Industrieländern ein raueres Wirtschaftsklima herrschen. Dennoch würde ich es vorziehen, wenn die Politik das Unabwendbare nicht mit Massnahmen abzuwenden versuchten, die Bürger und Steuerzahler dereinst sehr teuer zu stehen kommen – sei es direkt in Form von steuern oder in Form von extremer Inflation. Die zusätzlichen negativen Auswirkungen auf die Finanzmärkte habe ich vorstehend erwähnt. Zudem werden Hinweise, dass viele gross angelegte, teure Massnahmen nicht die erzielte Wirkung zeitigen, immer zahlreicher und deutlicher. So beispielsweise die neue Refinanzierung durch die Europäische Zentralbank, mit der angestrebt wurde, dass die mit riesigen Mengen billiger Liquidität versorgten Banken Anleihen hochverschuldeter europäischer Staaten kaufen würden. Diese Kampagne dürfte kaum die erhoffte Wirkung zeigen: In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Banken bemüht, ihre Engagements in Anleihen kritischer Staaten abzubauen. Dies haben sie den Akteuren auf den Finanzmärkten aktiv kommuniziert, um deren Vertrauen zurückzugewinnen. Ich denke deshalb nicht, dass sie die gewonnene Liquidität nun für den Erwerb genau solche Anleihen verwenden und damit den Kapitalmarkt stabilisieren werden. Darauf deutet hin, dass Banken gemäss neuesten Informationen 446 Milliarden Euro bei der EZB parkiert haben. Das heisst, die europäischen Banken misstrauen sich gegenseitig und ziehen es vor, Ihre Liquidität zu tieferen Zinsen bei der EZB zu deponieren als sie zu höheren Zinsen kurzfristig anderen Banken zur Verfügung zu stellen. Es zeigt sich, dass europäische Banken nicht bereit sind, Geld an Private, Firmen oder an andere Banken zu leihen. Stattdessen behalten sie die ihnen im Rahmen der EZB-Aktion zugeflossene Liquidität als Liquiditätsreserve für ihre eigene Rekapitalisierung zurück. Dafür nehmen sie den Zins von 0,75 Prozent, den sie der EZB bezahlen müssen, in Kauf.


Schuldenkrise belastet Europas Volkswirtschaften

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet zu Beginn des neuen Jahres einen "leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung" in der Bundesrepublik. Danach dürfte sich die Lage "beruhigen", sagte der DIW-Vorstandsvorsitzende Gert Wagner. Voraussetzung dafür sei jedoch, "dass die Politik die Eurokrise schnell in den Griff bekommt".

Und um diese Voraussetzungen steht es meines Erachtens derzeit nicht sehr gut. Mit den jüngsten Massnahmen haben sich Europas führende Politiker lediglich Zeit erkauft, mehr nicht. Fakt ist meines Erachtens, dass die westlichen Wohlfahrtsstaaten nach dem bisher angewendeten Modell schlicht nicht mehr finanzierbar sind. Europa steht in einem bisher nie erlebten globalen Wettbewerb – mit schlechten Karten. Europa muss konkurrenzfähiger werden, Das heisst: Staatsquoten abbauen, Arbeitsmärkte liberalisieren und privatisieren. Und in diesem Prozess allenfalls den wirtschaftlich schwachen Ländern ihre Währungen zurückgeben, damit Entschuldungs- und Gesundungsprozesse auch über Abwertungen beschleunigt werden können.


USA – wirtschaftliche Aufhellungen, noch wenig Klarheit über deren Nachhaltigkeit

Wie in Europa ist auch in den USA ist die fiskalische Konsolidierung einmal mehr verschleppt worden. Der politische Infarkt, der die unhaltbare Situation doppelter Defizite weiter aufrecht hält, wird die Finanzmärkte meines Erachtens schliesslich doch beeinträchtigen. Dass die US-Wirtschaft derzeit überraschen gut läuft, verdankt sie nach meiner Einschätzung hauptsächlich einmaligen Faktoren wie dem Steuervorteil für im kommenden Jahr getätigte Investitionen und der Abnahme der Sparquote der Konsumenten. Diese lag im November 2011 noch bei 3,5 Prozent gegenüber 5,1 Prozent vor einem Jahr.

Der wichtigste Faktor, die Lage am Arbeitsmarkt, hat sich gemäss dem Beige Book der US-Notenbank nicht grundlegend gebessert. Die Neueinstellungen erfolgten nur verhalten, hiess es im letzten Bericht. Der hohe Ölpreis sowie die Rezession in Europa und das nachlassende Wachstum in den Schwellenländern werden auch an der wirtschaftlichen Entwicklung Amerikas nicht spurlos vorübergehen.

Ein Marktbeobachter hat kürzlich das folgende Bild verwendet: Die Regierungen der grössten Volkswirtschaften  kicken die Büchse immer weiter vor sich hin der Strasse entlang, anstatt entschlossen die Schuldenproblematik zu lösen. Doch die Strasse sei eine Sackgasse! In nicht allzu ferner Zukunft dürfte das Ende der Sackgasse erreicht sein: Mit dem Resultat einer Double-Dip Rezession in  den USA, einer aus dem Ruder laufenden Situation in der Eurozone und einer harten Landung in China.

Gerne wird übersehen, dass die Verschuldung der USA auch im internationalen Vergleich enorm ist. Ich habe oft den Eindruck, dass Zahlen ab einer gewissen Grössenordnung so schwer fassbar sind, dass der  Blick auf die Proportionen vernebelt wird. Eine heilsame und die Augen öffnende Übung ist, gigantische Zahlen unter Wahrung der Proportionen auf eine „menschliche“ Dimension herunter zu brechen. Der Effekt kann verblüffend sein, was ich bei der Lektüre einer E-Mail erlebt habe, die mir in der letzten Woche  des nun zu Ende gegangenen Jahres aus den USA übermittelt worden ist:


Grund für die Herabstufung der USA durch die
Rating-Agentur Standard & Poors:

Steuereinnahmen der USA: 2‘170‘000‘000‘000 $
Budget des FED:   
  3‘820‘000‘000‘000 $
neue Schulden:      
1‘650‘000‘000‘000 $
aufgelaufene Schulden der USA 14‘271‘000‘000‘000 $


jüngst beschlossene Budgetkürzung:
38‘500‘000‘000 $

      

Veränderung der Optik: Streichen wir jeweils acht Nullen rechts und
stellen uns vor, es handle sich um das Budget eines Privathaushalts

Jahreseinkommen der Familie:               21‘700 $
gesamte Ausgaben der Familie:    
38‘200 $
neue Schulden auf der Kreditkarte:   
      16‘500 $
aufgelaufene Schulden auf der Kreditkarte:  142‘710 $


beschlossene Ausgabenreduktion:     385 $

 Alles klar???



Schweiz – abnehmender Optimismus der Prognostiker

„Wirtschaft vor der Stagnation“ setzt die NZZ in ihrer Ausgabe vom 29. Dezember 2011 über den Bericht zur neuesten Prognose der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich. Nachdem die Prognostiker im Lauf des Jahres die Aussichten noch sehr optimistisch beurteilt haben, fällt nun ihre Voraussage für die ersten Monate des kommenden Jahres deutlich ernüchternder aus. Gemäss dem Konjunkturbarometer der KOF wird die Schweizer Wirtschaft im ersten Quartal 2012 stagnieren. Besonders düster zeigen sich die Aussichten für Exporte in die Europäische Union, für die Industrie unseres Landes und den Inlandkonsum. Letzteres ist insofern bedenklich, als diverse Ökonomen den einheimischen Konsumenten eine stabilisierende Rolle für unsere Wirtschaft zuschreiben.

               
Werden die Schwellenländer den in sie gesetzten Erwartungen gerecht?

Gemäss den jüngsten Einschätzungen verschiedener Asien-Spezialisten ist mit einem deutlichen Abschwung der chinesischen Wirtschaft zu rechnen. Trotzdem – oder gerade deshalb – hält China weiter an seiner Politik der schwachen Währung fest und damit an seinem Wachstumsmodell mit zu hohen Sparraten und zu geringem Konsum der eigenen Bevölkerung. Damit droht auch den übrigen Volkswirtschaften in Asien Gefahr.

Für Lateinamerika besteht das Risiko, dass die Preise exportierter Rohstoffpreise infolge Wachstums-abschwächung respektive Rezession in den hochentwickelten Volkswirtschaften einbrechen könnten.

Und Mittel- und Osteuropa dürfte den Auswirkungen der Krise in der Eurozone nicht entgehen können.


Währungen

In den nächsten Monaten dürften sich die Wechselkursverschiebungen gegenüber dem Schweizerfranken dank der Wechselkurspolitik der Schweizerischen Nationalbank in Grenzen halten. Der Umstand, dass einige Staaten der Eurozone weiterhin Mühe haben, zahlungsfähig zu bleiben und möglicherweise  zur Umstrukturierung ihrer Schulden gezwungen werden, dürfte den Euro grundsätzlich weiter schwächen – vor allem gegenüber dem US Dollar. Der Greenback dürfte dabei immer dann profitieren, wenn die Investoren ihre Risiken zurückfahren. Auch der Rückgang des Weltwirtschaftswachstums wird sich, über fallende Rohstoffpreise, wohl positiv auf die amerikanische Währung auswirken. Auf längere Sicht erwarte ich allerdings, dass der Schweizer Franken seine Position als sehr starke Währung beibehalten wird.


Fazit

Fast alle diese Marktrisiken dürften derzeit in den Kursen bereits berücksichtigt sein – mit drei Ausnahmen. Dies sind: Rückfall in den Finanzmarktkrisenstress nach dem Muster von 2008, globale Rezession und ein Staatsbankrott. Die wichtigste Frage wird auch 2012 bleiben: Wie lässt sich die Eurokrise lösen?

Im Hinblick auf das Umfeld in den nächsten Jahren gewichte ich Sicherheit höher als früher, wobei sich nach Marktrückschlägen und bei pessimistischer Marktstimmung immer wieder Chancen zum Kauf von Aktien bieten. Gute Phasen sollen zum Verkauf genutzt werden. Damit dürften Vermögensumschichtungen häufiger ins Auge gefasst werden als in einem Buy-and-Hold-Umfeld. Und auch Absicherung mit Put Optionen oder Short-Produkten bleibt 2012 ein Thema.

Von zentraler Bedeutung bleibt für mich eine breite Streuung und zwar in Bezug auf Anlagekategorien, Regionen und Währungen. In der Schweiz belastet neben den vorerwähnten generellen Einflussfaktoren zusätzlich der hoch bewertete Franken die Exportwirtschaft und von dieser abhängige weitere Branchen. Die Kurse der betreffenden Aktien dürften deshalb unter Druck bleiben. Die Drosselung der zuvor sehr hohen Wirtschaftsdynamik in vielen Schwellenländern hat sich stark negativ auf die Kurse an den Börsen dieser Länder ausgewirkt. Das Bewertungsniveau ist nach meiner Ansicht dort jetzt recht attraktiv geworden. Zwar hat die Wirtschaft auch in diesen Regionen an Schwung eingebüsst, ich gehe jedoch davon aus, dass sie einen Wiederaufschwung vorantreiben werden. Als insgesamt interessant scheinen mir, wie bereits seit längerer Zeit, Titel mit gut abgesicherten hohen Dividendenrenditen aus defensiven, nicht-zyklischen Branchen zu sein.

Allerdings ist nach meiner Einschätzung trotz der tieferen Bewertungen vieler Aktien die Zeit noch nicht reif, um wieder in grösserem Umfang Aktienpositionen aufzubauen. Dafür harren noch zu viele Probleme einer Lösung. Im übrigen werde ich die Liste meiner internationalen Favoriten in den nächsten Tagen überprüfen und allenfalls anpassen.

Bei den festverzinslichen Werten lege ich Wert auf eine kurze Duration, besonders nach dem übertriebenen Zinsrückgang der vergangenen Wochen. Angesichts der wirtschaftlichen Situation rechne ich jedoch noch nicht mit anziehenden Zinsen. Mit ergänzenden Engagements in Obligationen von Schuldnern aus den Emerging Markets strebe ich eine Verbesserung der Rendite in diesem Sektor an.


Thalwil, Januar 2012

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