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Aktiv oder passiv anlegen?

NZZ-Leserbrief 
von Elisabeth Moning, 

Inhaberin der Elisabeth Moning Finanzberatung, Thalwil, 7. Jan. 2008

Alle Jahre wieder – die Frage aktiv oder passiv anlegen bleibt kontrovers. Und wie in vielen Bereichen, liegt wohl auch hier die Wahrheit in der Mitte: Das eine tun und das andere nicht lassen.

Gerade der Swiss-Market-Index, den ra. in seinem Beitrag „Für Privatanleger ist Passivität Trumpf“ (NZZ vom 5./6. Januar 2008) zitiert, ist meines Erachtens ein schlechtes Beispiel einer Basis für passives Anlegen. Die vier Titel Nestlé, Roche, Novartis und UBS machen etwas über 60 Prozent des Wertes aller in diesem „Barometer“ zusammengefassten Aktien aus. Auf Rang sechs folgt die Crédit Suisse. Weitere Schwergewichte sind Zürich Financial Services und Swiss Re. Unter anderem erwähnt ra., dass passive Anlageprodukte Anleger vor dem Kardinalfehler der mangelnden Diversifikation schützen. Gerade dies wird aber mit einem Investment in den SMI bei weitem verfehlt.

Auch ich setze passive Anlageprodukte ein, wo dies Sinn macht. Nämlich dort, wo mir als KMU die eigenen Ressourcen für eine seriöse Marktanalyse fehlen, zum Beispiel für Schwellenländer oder Segmente wie Biotechnologie. Oder wenn aus Gründen einer geringen Allokation eine Diversifikation in verschiedene Einzeltitel nicht möglich ist. In allen anderen Fällen fühle ich mich meiner Kundschaft gegenüber verpflichtet, die verwalteten Depots mit Titeln von Gesellschaften zu bestücken, von denen ich überzeugt bin, dass sie sich aufgrund professionell gewichteter Kriterien besser als der Markt entwickeln. So habe ich im abgelaufenen Jahr eine Performance von 12,41 Prozent erwirtschaften können (SMI -3,43 Prozent, SPI -0,05 Prozent). Und kann somit guten Gewissens die Gebühren für meine Dienstleistungen rechtfertigen.

Last but not least möchte ich auf einen weiteren Punkt hinweisen: Nach meiner langjährigen Erfahrung orientieren sich die meisten Privatanleger auch heute noch an einer absoluten Performance – insbesondere dann, wenn das Umfeld für die Finanzmärkte schwach ist. Dies im Gegensatz zu den institutionellen Anlegern, denen vorwiegend Indices als Benchmark dienen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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